Neuer Glücksspielstaatsvertrag -      Eine Kapitulation der Politik vor der Illegalität

INTERVIEW ZUR DEBATTE:

 

NEUES SPIEL - NEUES GLÜCK?

 

Im Juli 2021 tritt aller Voraussicht nach der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft! Ein Machwerk, das in allen Punkten den Wünschen der mächtigen Zocker-Lobby entspricht und ihr mit der Legalisierung des bisher mafiösen und illegalen Treibens den Ritterschlag verpasst. Zugleich spitzt sich die Lage für die vielen Menschen dramatisch zu, die mit dem Glücksspielt große Probleme haben. Sie sind die Verlierer einer Gesetzgebung, die sich allein am Betreiberwillen orientiert hat und keinerlei Rücksicht nimmt auf die Belange der gefährdeten Spieler, deren sozialen Umfeld und erst Recht nicht auf den Schutz der Kinder, die von den Auswirkungen des ONLINE-SPIELS unmittelbar leidtragende Betroffene sind. 

 

Was der neue Glücksspielstaatsvertrag bringt

PSYCHOLOGE FORDERT DRINGEND NACHBESSERUNGEN BEI NEUEN GLÜCKSSPIEL-REGELN

Warum der neue Staatsvertrag so nicht in Kraft treten sollte

 

Dr. Günter Toth - Leiter Institut für Prävention, Jugendschutz und Glücksspiel [Quelle: ipjg]

"Wenn es noch einen kleinen Funken Anstand in den Gremien der Länderverantwortlichen gibt, dann muss unbedingt nachgebessert werden", sagt Dr. Günter Toth, Leiter des Instituts für Prävention, Jugendschutz und Glücksspiel mit Blick auf die geplanten Regeln des neuen  Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag (GlüNeuRStV). Er hat einen umfangreichen Forderungskatalog.

 

Das gesamte Interview stammt aus dem März 2020 ist nachlesbar unter folgendem Link.

 

Bis heute hat sich trotz mehrfacher Aufforderung an die zuständigen Personen in der Politik (Daniela Ludwig, Jens Spahn, Olaf Scholz, u.v.a.) nicht das Geringste hinsichtlich verbesserter Spielerschutz-Verpflichtungen oder Vorkehrungen für den Jugendschutz etc. getan. Die Politik dokumentiert damit klar, dass ihr Interesse an der Zusammenarbeit mit Glücksspiel-Milliardären höher angesiedelt ist als der Schutz, den Betroffene und die gesamte Gesellschaft brauchen. 

Hierbei gilt in ganz besonderer Weise, dass die kleinen und mittelständischen Betreiber von Spielhallen, die sich an die Vorgaben und gesetzlichen Regelungen - speziell mit Blick auf Prävention, Spieler- & Jugendschutz - halten, durch die Handlungsweise der Politiker in ihrer Existenz gefährdet sind. Ein Drehbuch hätte dieses Szenario von Staatsversagen und planmäßiger Legalisierung mafiösen Handelns nicht annähernd so drastisch beschreiben können, wie es derzeit die Realität für unzählige Familien und für Automatenaufsteller erlebbar macht. Was bleibt ist der Schaden für die Allgemeinheit - also den Steuerzahler! Denn die zunehmende Zahl an pathologischen Spielern, die in den reglementierten Weiten der Online-Zockerangebote ihre Existenzen aufs Spiel setzen, werden ihre langwierigen Entwöhnungstherapien auf Kosten der Sozialversicherungen durchführen. Dass die Zahl steigt, ist keine Frage! Durch Corona und die damit verbundenen Maßnahmen wurde dem illegalen Glücksspiel im Netz dank der freundlichen Unterstützung der Bundesregierung und der Länderregierungen ein Umsatz-Plus von mindestens 30% beschert. 

 

Wir brauchen endlich Hilfestellungen, die dem Spieler, seinem Umfeld und vor allem den Kindern und Jugendlichen tatkräftige Hilfe garantieren. In diesem Sinne ist es allen zu wünschen, dass die Stimmen gegen das Illegale Glücksspiel mehr werden und lauter werden, ehe dieser Staatsvertrag als dokumentierte Darlegung profunden Staatsversagens in Kraft treten kann.