TSCHÜSS  2020 - so war's noch nie!

Sucht 2020 -

 

mit freundlicher Förderung durch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung

 

Gleich vorweg sei gesagt, dass dieser Jahresrückblick keinen Anlass zum Jubeln geben wird. Der Rückblick bedankt sich im Grunde auch nur bei einer Person, die am Beispiel des Glücksspiels hier bedacht werden soll.

 

Sie wurde herbeigesehnt und mit allen Erwartungen und Vorschusslorbeeren bedacht, die man sich nur vorstellen kann! Sie war einen Hoffnungsträgerin nach all den Jahren unter einer kompetenzfreien Drogenbeauftragten Mortler, die sich zum Büttel der Lobbyisten gemacht hatte und bis zum Ende ihrer Amtszeit ihr Ressort mit Ahnungslosigkeit ausfüllte. Die Rede ist von Daniela Ludwig, die sich nach der Amtseinführung als Drogenbeauftragte der Bundesregierung ganz besonders entschlossen zeigte, die Missstände zu benennen, anzupacken und auszuräumen. Gerade was die vollmundigen Äußerungen zum Thema  Medienabhängigkeit bei Jugendlichen, Alkoholmissbrauch und vor allem (illegales) Glücksspiel angeht hat die selbst-darstellerisch hochbegabte Erbin Mortlers auf ganzer Strecke versagt.

Die vielen Hinweise, Anschreiben, Ansuchen und vor allem eindringlichen Warnungen wurden von ihr und ihrem Mitarbeiterstab mit oberflächlichem und geistlosem Geseiere in Antwortschreiben abgetan und in den Wind geschlagen. Es waren entscheidende und unwiederbringlich verlorene Monate dieser Amtsbesetzung durch Ludwig, die den betroffenen Spielern und ihren Angehörigen maßloses Leid zugefügt haben und vor allem einen entscheidenden Vorsprung für die Glücksspiel-Mafia im Internet heraus geholt haben! Denn in Sommer 2021 können sich die Anbieter von bisher illegalem Glücksspiel im Internet auf den Ritterschlag der Legalisierung  und haben somit die langen Jahre der Illegalität hinter sich, in denen sie freundlich und wohlwollend beaufsichtigt durch die Landesmedienanstalten, die BaFin, das Finanzministerium und seinen obersten Dienstherrn und die zuständigen Staatsanwaltschaften ihre steuerfrei gehorteten Einnahmen in die Steuerparadiese geschleust haben.

 

Ludwig hätte ihr Amt dazu nutzen können, diese Schande für das deutsche Gesundheitswesen, den Jugendschutz, die Medienkontrollaufsicht, die Finanzaufsicht etc. einem jähen Ende zuzuführen. Sie hätte es in der Hand gehabt, den Kindern und Jugendlichen endlich ein Signal der Verlässlichkeit zu senden, dass es nicht mehr so leicht sein wird, den spielsüchtigen Eltern im heimischen Wohnzimmer durch barrierefreies und unkontrolliertes Zocken auch den letzten Reste des Familieneinkommens an die Glücksspiel-Mafia zu überlassen - und die Kinder ihrem Schicksal! Schon vor dem ersten Lockdown war das klar und die Drogenbeauftragte wurde bestürmt, der illegalen Werbung in den Medien und dem Angebot der Zocker-Milliardäre sofortige Grenzen zu setzen. Doch anstatt Wege zur Durchsetzung von Maßnahmen zu finden und mit den zuständigen Ministern harte und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, tat sie - NICHTS!

Die Werbezeiten sind bis heute voll von den Aufrufen zum Glücksspiel und wollen die Tatsache der Illegalität hinter dem Verweis auf die Erlaubnis des Betriebs in Schleswig-Holstein übertünchen.

Kontrolle? Rechtsdurchsetzung? Fehlanzeige!

 

Wir sagen DANKE, Frau Ludwig, für Ihre Inkompetenz, Untätigkeit und unbeschreibliche Ignoranz, mit der Sie uns allen gezeigt haben, was Ihr Drogenbericht des Jahres 2020 wert ist! 

Wir sagen DANKE für die charakterlose Art, mit der Sie tausendfach die Familien in noch tieferes Leid gestürzt haben und die Perspektivlosigkeit von Kindern und Jugendlichen dramatisch verschärft haben. 

Wir sagen DANKE für die freundliche Assistenz bei der Zerschlagung der konzessionierten und streng kontrollierten Spielhallen, in denen nach Regularien und Vorschriften ein Angebot gewerblichen Glücksspiels stattgefunden hat, das jederzeit überblickt werden konnte. Sie haben es geschafft, der Illegalität zur Legalität zu verhelfen!

Wir sagen DANKE für Ihr Engagement, den Solidarkassen der Sozialversicherungen in den nächsten Jahren zu noch höheren Ausgaben für stationäre und ambulante Suchtentwöhnungsmaßnahmen zu verhelfen, von denen sich die Zocker-Milliardäre dank Ihrer bereitwilligen Unterstützung bereits freigespielt haben.

Wir sagen DANKE für die ungenierte und unmaskierte Darstellung von Interesselosigkeit am eigenen Aufgabenfeld und drücken unseren Respekt dafür aus, dass Sie in beispiellos kurzer Zeit die Amtsführung Ihrer Vorgängerin durch noch perversere Vernachlässigung von dringenden Aufgaben in den Schatten gestellt haben und dafür zum leuchtenden Sternchen am Lobbyistenhimmel aufgestiegen sind, ohne die geringste Schamesröte im Gesicht zu zeigen.

 

Es war noch nie so einfach, Abhängigkeitserkrankte im Stich zu lassen!Es bleibt zu hoffen, dass den Betroffenen und Leidtragenden das neue Jahr 2021 wenigstens eins gebracht wird: Eine Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die ihren Job nicht nur besetzt, sondern auch wirklich erledigt!

 

Vielen Dank, Frau Ludwig!